03.11.2008 - Hubschrauberpiloten-Ausbildung im Ausland?
Hubschrauberpiloten-Ausbildung im Ausland?
„Ich gehe in die USA, da ist die Pilotenlizenz doch viel billiger…“
Viele Flugbegeisterte entscheiden sich für eine Ausbildung in den USA, weil sie sich davon finanzielle Vorteile versprechen – aber so einfach ist es nicht. Um die richtige Entscheidung zu treffen, sollten Sie Für und Wider einer Flugausbildung in den USA im Vergleich zu Deutschland kennen. Gleich vorab: Es gibt gute Gründe, den Pilotenschein in den USA zu machen, finanzielle Aspekte gehören aber nicht dazu!
Die Ausbildungskosten in den USA liegen zum Teil erheblich unter denen in Deutschland: Flugstunden und Honorare der Fluglehrer sind billiger als in Deutschland. Das liegt auch daran, dass an Fluglehrer in den USA wesentlich geringere Anforderungen gestellt werden als in Deutschland. Auf deutsche Flugschüler kommen aber weitere Kosten zu, die sich summieren: für den Flug in die USA, die Unterkunft für die Zeit der Ausbildung, einen Mietwagen und manchmal auch für Verdienstausfälle während der Ausbildung.
Die Ausbildung zum Privatpiloten in den USA hat zudem an Attraktivität verloren, weil die Bestimmungen zur Umschreibung in eine europäische Lizenz (JAR-PPL) seit 2003 sehr streng sind: Die Umschreibung in eine vollwertige JAR-Privatpilotenlizenz setzt eine zusätzliche Schulung mit praktischer und schriftlicher Prüfung voraus. Außerdem müssen Bewerber 100 Flugstunden als Hubschrauberpilot nachweisen. Wer diese Stunden nicht bereits in den USA geflogen ist, dürfte spätestens hier auch den finanziellen Vorteil einbüßen.
Komplizierter ist es für Berufspiloten: Die Umschreibung einer US-amerikanischen Berufspilotenlizenz in eine europäische JAR-FCL-Lizenz ist seit 2003 nicht mehr möglich! Für die Ausübung des Berufs in Deutschland und Europa brauchen Piloten jedoch eine JAR-FCL-Lizenz.
Auf Basis der ausländischen Lizenz erhält man in Deutschland nur einen sogenannten Anerkennungsschein für Luftarbeit: Zu den Mindestvoraussetzungen für diese eingeschränkte Anerkennung gehören 700 Flugstunden als Hubschrauberpilot. In diesem Fall erhält der Bewerber nur einen Anerkennungsschein auf Basis seiner ausländischen Lizenz. Er muss dafür sorgen, dass diese Lizenz ihre Gültigkeit behält, da sonst auch der Anerkennungsschein ungültig wird. Ganz wichtig: Der Anerkennungsschein für Luftarbeit berechtigt zwar zum Transport von Frachtgut, Film und Fotoflüge, Personenflüge sind aber nicht erlaubt!
Piloten mit Lizenzen aus Nicht-JAA-Mitgliedstaaten können über ihre Flugschule (TRTO) eine Ausbildungserleichterung beim Erwerb einer JAR-FCL-Lizenz beantragen, wenn sie entsprechende Flugerfahrung nachweisen. Selbst wer bereits viele Stunden geflogen ist, bekommt jedoch maximal 15 Stunden erlassen – das ist nur die Hälfte der CPL-Pflichtstunden. Mindestens 15 weitere CPL-Schulungsstunden sind normal zu leisten. Dazu kommen 5 Nachtflugstunden, denn eine ausländische Nachtflugberechtigung wird in Deutschland keinesfalls anerkannt. Prüfungserleichterungen werden vom Luftfahrtbundesamt grundsätzlich nicht gewährt! Alle Bewerber müssen die volle Theorie-Prüfung ablegen. Von der finanziellen Ersparnis bleibt also nicht viel übrig.
Die umfangreichen gesetzlichen Vorgaben können wir hier nicht im Detail auflisten. In unserer Broschüre haben wir die genauen Regelungen für Sie zusammengefasst. Bitte rufen Sie uns an, wenn Sie Fragen dazu haben – wir beraten Sie gerne und gehen ausführlich auf Ihre individuelle Situation ein.
Auf einen Blick
Argumente für eine Ausbildung in den USA
- Sie möchten hauptsächlich in den USA oder außerhalb Europas fliegen
- Sie möchten bei einem Auslandsaufenthalt Ihren Horizont erweitern und Ihr Englisch trainieren
- Es macht Ihnen nichts aus, von Fluglehrern unterrichtet zu werden, die selbst erst seit kurzem eine Pilotenlizenz haben: Wenn große Ausbildungsbetriebe ihren Schülern nach dem Lizenzerwerb eine einjährige Anstellung als Fluglehrer zusagen, bilden diese unerfahrenen Piloten die nächsten Flugschüler aus
Argumente für die Ausbildung in Deutschland
- Sie möchten hauptsächlich in Deutschland oder in Europa fliegen
- Sie möchten die Ausbildung neben Studium oder Beruf absolvieren, ohne extra Urlaub zu nehmen
- Sie wünschen sich eine maßgeschneiderte Ausbildung mit individueller Betreuung
- Sie möchten Erfahrungen mit unterschiedlichen Flug-, Sicht- und Wetterverhältnissen sammeln
- Sie eignen sich bereits während der Schulung Ortskenntnisse des Gebiets an, in dem Sie später fliegen werden
- Sie möchten sich schon während der Ausbildung mit Behörden und Lufträumen vertraut machen und dadurch an Sicherheit gewinnen
- Sie profitieren – etwa bei eventuellen späteren Umschreibungen – vom international höheren Stellenwert der JAR-Lizenz
Heli Transair arbeitet als renommiertes Trainingszentrum eng mit einer Flugschule in Kalifornien zusammen. Unsere Flugschüler, die bei uns eine europäische JAR-FCL-Lizenz erwerben, profitieren von den Vorteilen einer maßgeschneiderten Ausbildung in Deutschland und haben dennoch die Gelegenheit, bei einem Aufenthalt in den USA zusätzliche Flugstunden und Erfahrungen zu sammeln. Gerne stellen wir den Kontakt zu namhaften Flugschulen in den USA her, um unseren Schülern die besten Ausbildungsbedingungen und vielfältige Flugerfahrungen zu garantieren. Wir informieren Sie gerne über die Möglichkeiten – bitte sprechen Sie uns an.
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