Samstag, 12.12.2009
Raúl Pateras Pescara Castelluccio und der Helikopter
Raúl Pateras Pescara Castelluccio, Marquis von Pateras-Pescara, wurde 1890 in Buenos Aires geboren und zählt zu den bekanntesten Pionieren in der Entwicklung des Helikopters. Seine ursprünglich aus Italien stammende Familie verließ um die Jahrhundertwende Argentinien und kehrte nach Europa zurück. Bereits 1912 erprobten die Italiener einen auf Pescaras Entwurf basierenden Torpedobomber. Darauf folgten weitere Entwürfe und ab 1917 wurden mehrere Patente auf Pescaras Namen registriert.
1919 begann er etliche Helikopter zu entwickeln und baute vor allem auf die Koaxial-Bauweise. Außerdem hatte er als erster die Idee, keine Propeller zur Fortbewegung zu verwenden, sondern neigbare Rotorblätter – im Gegensatz zu seinen Konkurrenten. Noch heute wird beim Helikopter fliegen dieses Prinzip angewandt.
Allerdings sahen die damals entwickelten Helikopter noch ganz anders aus wie die heutigen Modelle und wären wohl kaum für einen Rundflug über die Skyline von Frankfurt geeignet gewesen. Aber trotz der kompliziert anmutenden Konstruktion schafften es die damaligen Flugobjekte zu fliegen und ein Rekord jagte den nächsten. Am 18. April flog der Helikopter Nr. 3, der auch sein erfolgreichstes Modell sein sollte, 736 Meter in vier Minuten und elf Sekunden.
Es folgten noch zahlreiche Patente und Entwürfe. 1929 gründete er in Italien zusammen mit seinem Bruder Henri eine Automobilfabrik. Der Nacional Pescara 1931 war das erste Modell und gewann 1931 den europäischen Grand Prix für Küstenrennen. Die Pescara Auto-compressor Company war 30 Jahre aktiv und hielt sechs französische Patente – unter anderem wichtige zur Technologie von Kompressormotoren.
1934 stellte Pescara die Freikolbenmaschine vor. Dabei handelt es sich um eine Wärmekraftmaschine, die ohne Kurbeltrieb aus Treibstoff Strom oder Druckluft herstellen kann. 1963 arbeitete Pescara mit seinen Söhnen wieder in Paris zusammen und 1965 übergab er an seinen jüngsten Sohn Christian, der die Freikolbenmaschine im großen Stil weiterentwickeln sollte. Aber noch vor Umsetzung der Pläne verstarb Pescara 1966 in Paris im Alter von 76 Jahren.
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Gespeichert von Heli Transair am 12.12.2009 um 17:10 Uhr